TSG Balingen heute in Illertissen
Fussball / Oberliga Baden-Württemberg
Für Erklärungen bleibt keine Zeit. Vielmehr müssen die Balinger Oberliga-Fußballer Taten sprechen lassen – am besten bereits im Nachholspiel (Beginn heute, 18.15 Uhr) beim Pokalschreck FV Illertissen.
Diese Serie ist phänomenal: Sechs seiner zurückliegenden acht Punktspiele hat der FV Illertissen gewonnen, im genannten Zeitraum blieb der Oberligist ungeschlagen. Die letzte Niederlage datiert vom 16. Spieltag – und diese fiel mit 0:1 beim Spitzenreiter in Hoffenheim sogar unglücklich aus. Zwischendurch katapultierte sich der aktuelle Oberliga-Fünfte ins WFV-Pokal-Endspiel: Vorige Woche setzte sich die Elf von Trainerfuchs Karl-Heinz Bachthaler im Halbfinale sensationell gegen den Drittligisten 1. FC Heidenheim durch (1:0 vor 1200 Fans).
Von ungefähr kommt diese Erfolgssträhne nicht. Denn Illertissen bietet mittlerweile einen überdurchschnittlichen Oberliga-Kader auf. Nicht nur, aber auch von den umliegenden Klubs holt sich Karl-Heinz Bachthaler Jahr für Jahr alles zusammen, was Rang und Namen hat. Insbesondere die Offensive ist überragend bestückt: Allein auf das Konto von Christian Sameisla (12) und Oliver Wild (11) gehen 23 der 45 Saisontreffer. Zudem verfügt die Elf mit Trainersohn Holger Bachthaler einen Spielgestalter par excellence. Der mit vielen Freiheiten ausgestattete Routinier setzte beim Hinspiel in Balingen (4:0 für Illertissen) seine Teamkollegen brillant in Szene.
Mit dem jüngsten 2:1-Erfolg gegen den SV Bonlanden verbesserte sich Illertissen auf den fünften Platz – Tendenz steigend. Denn auf Rang vier fehlen drei zwei Zähler. „Eine absolut erfahrene Mannschaft“, zollt Karsten Maier dem Gegner größten Respekt. Der Balinger Trainer spricht von einem „weit überdurchschnittlich besetzten Offensivbereich“, über den Illertissen verfüge, kündigt den Bayern aber trotz aller personellen und sportlichen Nackenschläge einen großen Kampf an: „Wir werden um unsere Chance kämpfen. Die Mannschaft brennt nach dem 1:3 Durlach darauf, zu zeigen, was sie wirklich drauf hat.“
Der TSG steht ohnehin eine knüppelharte Woche bevor: Nach dem heutigen Nachholspiel im bayerischen Illertal folgt am Sonntag (15 Uhr, Dietmar-Hopp-Stadion) die Partie beim designierten Oberliga-Meister 1899 Hoffenheim 2. Wie wollen die Balinger in diesen Begegnungen bestehen? Für Karsten Maier ist der Fall klar: „Wir dürfen nicht den Vorlagengeber für den Gegner spielen“, sagt der Coach, der seine Elf dazu auffordert, „kompakt zu stehen“ und durchschlagskräftiger zu agieren. Gegen Illertissen und Hoffenheim, so weiß auch Maier, sei „von der Papierform nach nichts zu holen.“ Dennoch hofft der Trainer natürlich auf einen Coup. Maiers Hoffnung: „Wir dürfen unsere Chancen nicht liegen lassen, sondern müssen die sich bietenden Möglichkeiten nutzen.“
Nach dem Absturz auf Tabellenrang 13 belegt die TSG – zumindest in der Theorie – einen möglichen Abstiegsplatz. Da aber kaum davon auszugehen ist, dass außer Reutlingen (Insolvenzantrag) und/oder Wald〜hof Mannheim (in der Regionalliga West abstiegsbedroht) Vereine aus der Regionalliga hinzukommen, beträgt die wahrscheinliche Anzahl der Oberliga-Absteiger eher vier (bei einem RL-Absteiger) oder fünf.
Für Schlachtenbummler besteht heute Mitfahrgelegenheit im Mannschaftsbus. Abfahrt ist um 14 Uhr (beim Au-Stadion).
Bericht: Ralph Conzelmann





