Indisponierte TSG Balingen verliert gegen den ASV Durlach
Fussball / Oberliga Baden-Württemberg
Willkommen im Abstiegskampf: Die TSG Balingen muss nach dem 1:3 (0:2) gegen den ASV Durlach um den Klassenverbleib bangen. Schlimmer noch als die Niederlage wiegt die Verfassung der Elf.
An einer Hand konnten die Balinger ihre Torschüsse im Duell gegen Durlach abzählen. Konzeptlos, mutlos, ohne Kreativität so trat der Fußball-Oberligist gegen einen Gegner auf, dem TSG-Trainer Karsten Maier zwar Robustheit bescheinigte, der aber insgesamt sehr hausbacken agierte. Anders ausgedrückt: Der ASV war beileibe kein Kontrahent, der eine in Normalform agierende Balinger Mannschaft ernsthaft in Bedrängnis hätte bringen können.
Noch ehe die Karlsruher Teilstädter in Führung gingen, hatten die Hausherren ihr Pulver für die gesamte Partie bereits verschossen. Dass die ersten 24 Minuten noch die besten in diesem Spiel sein sollten, wussten die zutiefst enttäuschten Balinger Anhänger freilich bis dahin nicht. Nach 13 Minuten wurde ein Schuss von Jörg Schreyeck gerade noch so auf der Linie geklärt, dann scheiterte der freigespielte Andreas Kohle aus spitzem Winkel am Durlacher Schlussmann (24.). Damit war die Balinger Herrlichkeit beendet. Denn fortan brachten die Schützlinge von Karsten Maier kein Bein mehr auf den Boden.
Mit einem Freistoß überlistete Linksfuß Kristof Müller in der 29. Minute TSG-Keeper Sebastian Kellner, der anstelle des verletzten Julian Hauser wieder das Gehäuse hüten durfte. Dass der Ball aus 18 Metern zwangsläufig ins vom Schützen aus gesehen rechte Toreck fliegen könnte, war spätestens bei Müllers Anlauf zu erahnen. Sowohl die Mauer als auch Kellner zeigten aber keine Regung.
Ein Chänchen für die TSG wurde nach 38 Minuten registriert, als Tim Wissmann eine Hereingabe von Marc Wissmann übers Durlacher Tor säbelte. Die beiden Zwillingsbrüder wurden übrigens erstmals gemeinsam in der Startelf aufgeboten. Aber schon in dieser Phase zeigte sich die TSG völlig von der Rolle, baute durch Fehlabspiele einen an und für sich bis dahin harmlosen Widersacher förmlich auf und ließ mit wenigen Ausnahmen jegliche Kompromisslosigkeit in den Zweikämpfen vermissen. Beinahe logische Folge: Murat Cetinkaya köpfte zum 0:2 ein (40.).
Im zweiten Durchgang sollte sich wenig ändern, auch wenn die Durlacher ab der 52. Minute (gelb-rote Karte für Christoph Nirmaier) in Unterzahl waren. Zwar traf Marc Wissmann nach einem vom ASV-Keeper Sebastian Dohm abprallenden Ball das Außennetz (48.), doch war's wenig später um die TSG geschehen: Kristof Müller zog auf der linken Außenbahn an, flankte zu Christopher Vivell, welcher das Leder zum komplett freistehenden Murat Cetinkaya weiterleitete und dieser traf mühelos zum 0:3 (59.).
Was folgte, war das berühmte Pfeifen im Walde. Angesichts der klaren Führung und zudem in Unterzahl spielend gewährte Durlach der TSG ein paar Freiräume, die von den Gastgebern aber äußerst unzureichend genutzt wurden. Zwar köpfte Kohle ans Außennetz (73.) und Manuel Pflumm nach einer Candan-Freistoßvorlage am Kasten vorbei (85.), doch mehr als das 1:3 durch Jörg Schreyeck (20 Meter-Freistoß, flach ins Eck) war einfach nicht drin.
Durlach revanchierte sich somit für die im Hinspiel erlittene 2:4-Niederlage, Balingen kassierte die sechste Niederlage in den zurückliegenden sieben Spielen. In dieser Verfassung droht dem Vorjahres-Aufsteiger ein weiterer Absturz in der Tabelle, obwohl die Elf schon an diesem Wochenende gleich zwei Tabellenplätze einbüßte. Der jetzige Rang-13. gastiert am Dienstag (18.15 Uhr) beim Tabellenfünften FV Illertissen und am Sonntag (15 Uhr) beim Spitzenreiter 1899 Hoffenheim. Zum nächsten Heimspiel erwarten die Kreisstädter am 24. April (15.30 Uhr) dem FC Denzlingen. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit dem Ex-Balinger Erik Raab, der, wie berichtet, in der Winterpause seinen Wohnsitz studienbedingt nach
Freiburg verlegt hatte.
Bericht: Ralph Conzelmann





